Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Fahrkarte nach Ryde

 

Die Feiertage waren vorbei, wir saßen im Zug zurück nach Portsmouth und sangen fröhlich: „Wir haben eine Fahrkarte nach Ryde“ (ihr könnt an dieser Stelle das Beatles-Lied „Ticket to Ride“ summen).

In London, wo wir Silvester gefeiert hatten, hatten wir bereits die Fahrkarten für das Luftkissenboot gebucht, das nach Ryde fuhr, an der Ostküste der Isle of Wight gelegen. Zu unserer Enttäuschung wurden wir gleich bei unserer Ankunft in Portsmouth informiert, dass das Luftkissenboot an jenem Tag nicht fuhr, was bedeutete, dass wir eine langsamere Fähre nehmen mussten. Diese wurde von einem anderen Unternehmen betrieben, das unsere Hovercraft Tickets nicht akzeptierte. Schließlich haben wir es aber auf die Insel geschafft und nach einigem Hin und Her wurde uns auch der Preis für die ungenutzten Fahrkarten zurückerstattet. Das gestrandete Luftkissenboot seht ihr ihr in der nachfolgenden Fotogalerie.

 

Die Tage 247 und 248, die ersten Wandertage im Jahr 2016, waren nicht besonders ereignisreich. Wir wanderten auf der Isle of Wight, es war bewölkt, es regnete, die Sonne kam heraus, die Wege waren schlammig, wir sahen hübsche Landschaften und hielten in ein paar netten Ortschaften an.

 

Der darauf folgende Tag allerdings, unser letzter voller Tag auf der Insel, schlug alle Rekorde in dramatischen und unglaublich schönen Landschaften. Wir starteten in Newport, im Zentrum der Insel, und wanderten bis zum westlichsten Punkt, Tennyson Down, indem wir der Südküste folgten, die dem offenen Meer zugewandt ist. Durch die starken Winde veränderte sich das Wetter ständig. Um euch eine Vorstellung zu geben, einige der folgenden Bilder wurden innerhalb von wenigen Minuten gemacht – und sie sind in der richtigen chronologischen Reihenfolge. Als wir die Spitze der Insel erreicht hatten, drehten wir um und folgten der nördlichen Küste. Von dort aus hatten wir endlich Sicht auf die Needles, eine berühmte Felsformation in der Bucht von Alum. Wir waren nur ein paar Meter von ihnen entfernt gewesen, als wir an der Spitze waren, doch da der Aussichtspunkt geschlossen war, konnten wir sie erst aus der Entfernung sehen.

 

Am Tag 250 unserer Reise gingen wir ein kurzes Stück nach Yarmouth, von wo aus wir die Fähre zurück aufs Festland nahmen. Die Ansichten auf der anderen Seite waren ebenfalls beeindruckend; wir wanderten durch die Salzwiesen des Solent, in denen die herrlichen Farben des Himmels durch die Wasserspiegelungen verdoppelt wurden. Als wir in Milford on Sea ankamen, waren wir wieder an der Nordseeküste, wo wir einen letzten Blick auf die Needles und einen wunderbaren Sonnenuntergang genießen konnten.

 

Wir gingen am nächsten Tag die Küste entlang, entweder auf den sehr unstabil wirkenden Kliffs (sobald wir die Wahl hatten, liefen wir auf dem Pfad, der vom Rand am weitesten entfernt war) oder auf einer Promenade unten am Strand. Zwischen dem einen und dem anderen zu wechseln bedeutete, einen ziemlichen Höhenunterschied zu überwinden, aber die zusätzliche Anstrengung lohnte sich. Wie das eine Mal, als wir vom Strand hinaufstiegen und plötzlich ein einem wunderschönen Park waren, mit einem beeindruckenden Schloss aus der Romantik in der Mitte. Highcliffe Castle hat auch ein Café für seine Besucher, und wir nahmen unseren Fünf-Uhr-Tee mit Scones und Sahne im Park ein.
Zurück am Strand wunderten wir uns über die langen Reihen von farbenfrohen Holzhütten. Wozu dienten sie? Aufbewahrung von Fischerausrüstung? Kioske, die im Sommer Erfrischungen verkauften? Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Dank der milden Januarsonne waren einige Hütten offen und gaben den Blick auf ihr Innenleben frei. Es sind Strandhäuschen, voll ausgerüstet mit allem, was man zur Zubereitung von Tee braucht. Die geöffneten Türen schützen die glücklichen Besitzer vor dem kühlen Wind, so dass sie die Sonne genießen können.
Wir gingen weiter, vorbei an Dutzenden von fröhlichen Menschen, die ihre Vitamin-D-Speicher auffüllten, bis wir einen Kai erreichten. Von hier aus sollte uns eine Fähre über den kleinen Fluss bringen, so dass wir unsere Strandwanderung auf der anderen Seite bis nach Bournemouth fortsetzen konnten. Nur tat sie das nicht. Das Schild mit der freundlichen Entschuldigung des Fährbetriebs bedeutete, dass wir die ganze Bucht umlaufen mussten und unsere Strandwanderung verpassten. Wenigstens sahen wir ein paar hübsche alte Gebäude an den Kanälen von Christchurch. Als wir schließlich an die Küste zurückkamen, waren wir bereits im östlichen Teil von Bournemouth, einem Seebad, das für sein wildes Nachtleben bekannt ist. Für uns gab es kein Nachtleben nach dieser Wanderung, nur einen Sprung in den Hotelpool (eine der günstigsten Unterkünfte während des gesamten Aufenthalts in Großbritannien) und ein gemütliches Abendessen zum Abschluss des Tages.

 

Auch am Tag 252 war die Frage, ob eine Fähre fahren würde, extrem relevant. Wenn ihr euch das Bild anschaut, seht ihr den Strand in einem perfekten Halbkreis bis zu den Old Harry Rocks (roter Pfeil). Das Problem war, dass sich auf der Höhe des blauen Pfeils der Zulauf zur Shell Bay befand. Nur 250m trennten die Ufer voneinander, aber ohne den Fährdienst müssten wir einen zusätzlichen Tag laufen, um nach Swanage zu kommen.

Diesmal hatten wir Glück – einige Passagiere erzählten uns sogar, dass die Fähre nur deshalb fuhr, weil das Wetter so fantastisch war – und nach wenigen Minuten Überfahrt landeten wir am Strand von Studland, wo der Sand perfekt zum Wandern war, während über uns die Sonne leuchtete. Es wurde sogar noch besser, als wir bei den Old Harry Rocks ankamen, eine spektakuläre Felsgruppe, die hoch über das Meer ragen. Achtet mal auf die Größe von Josés Schatten, während er einen dieser gigantischen weißen Felsen fotografiert. Wir trafen eine heitere Gruppe von deutschen Voluntären auf dem Weg, die genauso glücklich waren wie wir, diesen unglaublichen Ort an so einem wunderschönen Tag zu besuchen.
Unser Weg führte aber noch weiter, wir mussten bis nach Swanage kommen, einem sympatischen Hafenort, günstig gelegen zwischen den langen Sandstränden, auf denen wir gerade gewandert waren, und der Jurassic Coast – die nächste Herausforderung auf unserer Reise. Bevor wir aber die Auf- und Abstiege auf den Kliffen, die vor uns lagen, in Angriff nahmen, konnten wir uns in der Jugendherberge im viktorianischen Stil noch etwas ausruhen. Hat Klasse, findet ihr nicht?

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Portsmouth Ferry: 50.792906, -1.106207
Ryde: 50.739477, -1.159573
The Spinnaker: 50.685918, -1.083390
The Waverley Inn: 50.691648, -1.315613
Whitefied: 50.680472, -1.541056
Yarmouth Ferry: 50.706495, -1.500591
Lymjngton: 50.756655, -1.528415
The Beach House: 50.723778, -1.596917
Suncliff: 50.719556, -1.860451
YHA Swanage: 50.606065, -1.958055

 

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!