Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Geburtstag im Weinland

 

Ein wichtiger Tag stand vor der Tür: Josés 40. Geburtstag fiel genau auf unser Wanderjahr. Wie praktisch, dass wir zu diesem Zeitpunkt nicht weit von Bordeaux entfernt waren, wo wir seine Geburtstagsgäste treffen und in großem Stil feiern konnten. Josés Bruder kam aus Portugal, um mit uns zu wandern und einige schöne Tage in Bordeaux zu verbringen, seine Tante Fernanda kam mit, um ihren Neffen zu sehen und gute Freunde in Rochefort zu besuchen und unsere lieben Freunde Suresh und Mariann reisten nach Bordeaux, um gemeinsam mit uns gutes Essen und Trinken in der Weinregion zu entdecken. Es war eine komplexe Transportlogistik nötig, um unsere Wander- und Ruhetage zu koordinieren, doch die Mühe hat sich gelohnt und wir hatten eine fantastische Zeit.

Am Tag 328 wachten wir im Haus von Freunden von José auf, in der Nähe von Rochefort. Martine und Pascal waren wunderbare Gastgeber; nicht nur durften wir ihr gemütliches Heim genießen, sie kümmerten sich auch um unsere Wäsche und liehen uns ihr Auto für den Tag, damit wir zusammen mit Jorge und Fernanda die Stadt erkunden konnten. Wir beendeten den Tag mit einem ausgedehnten Abendessen und guten Gesprächen; endlich konnten wir unsere Kochkünste in einer richtigen Küche einsetzen und etwas von der Gastfreundschaft zurückgeben.

Wir blieben unserer Regel treu, nie einen Teil der Strecke zu überspringen und so reisten wir mit Auto, Bus, Fähre und Taxi zurück nach Montalivet, unserem Endpunkt von zwei Tagen vorher; diesmal zusammen mit Jorge. Es war nicht die aufregendste Strecke, obwohl wir auf diesen 22 km verschiedene Szenenwechsel hatten. Wir wanderten durch Wälder, über Dünen und auf dem Strand – immer geradeaus! Am Ende waren wir noch in einiger Entfernung von unserer Unterkunft, also trampten wir mit einer freundlichen Dame nach Hourtin. Während des Abendessens (wir hatten ein sympathisches bretonisches Lokal enteckt, das Crêpes und Cidre servierte!), planten wir drei, wie wir am folgenden Tag nach Bordeaux kommen konnten.

Es stellte sich heraus, dass die Busse von Hourtin nur im Sommer fuhren, also hatten wir eine weitere logistische Herausforderung. In solchen Situationen ist unser letztes Mittel, ein Taxi zu bezahlen, aber selbst das war am nächsten Morgen ziemlich schwierig, als die Rezeptionistin ungefähr fünf verschiedene Taxiunternehmen anrufen musste, bis sich eins davon sich bereit erklärte, uns „so kurzfristig“ abzuholen und zum Bahnhof zu bringen.
Das verdarb aber nicht unsere Vorfreude auf die Ankunft in der Hauptstadt des guten Essens und der guten Weine, wo wir drei Tage verbringen würden! Am Nachmittag machten José und Jorge einen Spaziergang, um die Stadt zu erkunden, und später trafen wir uns mit Suresh und Mariann, die gerade aus München angekommen waren. Wir vergaßen völlig, dass wir Wanderer mit einem kleinen Budget waren und schlemmten ordentlich mit Wein, Austern und feinen Speisen. Aber man wird ja auch nur einmal 40 und José verdiente eine großartige Feier!


Am folgenden Tag machten wir fünf einen Tagesausflug zum wunderschönen Saint-Émilion. Wir hatten den perfekten Tag dafür ausgewählt, das Wetter war herrlich und die Menschenmengen erträglich. Es gab in diesem charmanten Dorf in der Bordeaux-Region viel zu tun. Wir entschieden uns für Wein probieren, Wein trinken und Wein kaufen. Mariann und Moiken ließen die Jungs am Nachmittag allein, um ein bisschen mehr Zeit in Bordeaux zu verbringen, und am Abend trafen wir uns alle wieder für ein Vor-Geburtstagsessen.

An Josés Geburtstag hatten wir die geniale Idee, zur örtlichen Markthalle zu gehen, und dort einzukaufen. Wir stießen am portugiesischen Stand mit Favaios Wein auf das Geburtstagskind an, bevor wir in unsere Ferienwohnung zurückkehrten, wo wir vier verschiedene Bordeaux Weine und köstliche Snacks genossen. Unser Geburtstagspicknick dauerte den ganzen Nachmittag, doch später am Abend waren wir schon wieder für ein letztes gemeinsames Abendessen bereit, um ein wunderbares Wochenende abzuschließen. Unsere Wahl fiel auf Meeresfrüchte und es war so gut wie nur möglich – außerhalb von Portugal! Wir verabschiedeten uns von Suresh und Mariann und bereiteten uns auf die Abreise am nächsten Morgen vor.

Während der nächsten vier Tage, 333 bis 336 unserer Reise, legten wir 87 km entlang der Küste von Gironde zurück. Wir wanderten überwiegend am Strand, aber auch auf Landstraßen und durch Wälder; wir übernachteten in Strandhotels, Herbergen und Privatzimmern. In Cap Ferret, während wir auf die Fähre nach Arcachon warteten, konnten wir einen Blick auf die Dune du Pilat werfen, die höchste Sanddüne Europas. Obwohl wir am folgenden Tag ganz in der Nähe sein würden, lag sie nicht auf unserer Strecke, sodass wir sie verpassen würden. Das gehörte tatsächlich zu unserer Wanderung: Viele Sehenswürdigkeiten mussten wir auslassen, da wir nicht die zusätzliche Strecke gehen konnten. Wenigstens behielten wir jede Menge Ideen, was wir alles in der Zukunft noch besuchen wollten!
Die Fähre war ein kleines Boot für ungefähr 14 Passagiere. Wir hatten eine ungemütliche Überfahrt, da starke Winde die See aufwirbelten und dafür sorgten, dass das Boot nicht am Pier anlegen konnte. Also fuhr der Kapitän weiter bis zum geschützten Hafen von Arcachon. Das bedeutete ein paar extra km bis zu unserer Unterkunft, aber für unsere Sicherheit war uns der Umweg wert.

Am Tag 337 begleiteten wir Jorge bis zum Bahnhof, denn unsere gemeinsame Wanderung war nun zu Ende. Wir gingen weiter Richtung Sanguinet, das bereits im nächsten Departement lag – Les Landes. Um dorthin zu gelangen, mussten wir lange auf der Straße wandern, immer an einer riesigen Luftwaffenbasis entlang. Wir fühlten uns sicher wie noch nie, während die Düsenjäger in endlosen Schleifen über unseren Köpfen flogen. An unserem Ankunftsort konnten wir die Nacht in der Pilgerunterkunft verbringen, die wir ganz für uns alleine hatten.

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Post_20160402_atlanticCoastBordeaux: 44.936030, -1.142578

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!