Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Familienwanderung

Am Abend von Tag 121 unserer Reise gingen wir zum Bahnhof von Trzebiatów, um einen ganz besonderen Besuch abzuholen. Moikens Mutter Regine war gekommen, um gemeinsam mit uns eine Woche lang an der polnischen Küste bis nach Deutschland zu wandern! Doch erstmal machten wir einen kurzen Stadtrundgang und gingen zur Pizzeria des Ortes, um genug Energie für den nächsten Tag zu haben.

Zum ersten Mal seit wir gestartet waren wanderte jemand mit uns mit. Im gleichen Maße wie wir uns freuten, als Gruppe zu gehen, hatten wir auch unsere Bedenken: Würde es für unseren Mitwanderer zu langweilig sein? Oder zu anstrengend? Würden wir uns auf die Geschwindigkeit einigen können, und auf den Abstand zwischen den Pausen?
Schon bald merkten wir, dass nichts davon ein Problem war und es machte uns großen Spaß, unterwegs alle unsere Geschichten zu erzählen, Neuigkeiten von zu Hause zu erfahren und unsere tägliche Routine mit einer anderen Person zu teilen – bis hin zu unseren Lieblingswanderliedern! Wir machten eine schöne Wanderung übers Land bis wir bei Niechorze die Küste erreichten, was wir mit einem guten Essen und lokalem Bier feierten.


Wir hatten noch genug Zeit für eine kleine Tour zum Leuchtturm von Niechorze, wo wir die fantastische Aussicht von ganz oben genossen – etwas, das wir mit unseren Rucksäcken nicht gemacht hätten.

Am nächsten Tag liefen wir durch einen Strandort oberhalb der Kliffküste, wo wir den Kleinen Prinzen und seinen Doppelgänger trafen:

Es wurde uns klar, dass unser Küstenweg vor 500 Jahren im Landesinneren gelegen hätte: Bei Trzęsacz gingen wir an einer Kirchenruine vorbei, die einmal auf festem Boden gestanden hatte, 2km von der Küste entfernt. Über die Jahre hat das Meer große Teile des Landes vereinnahmt und heute steht nur noch ein kleines Stück der Außenmauer. Vor 250 Jahren wäre das Ende der Brücke, auf der wir das Foto gemacht haben, der Rand des Kliffs gewesen.


Wir kamen schließlich in Dziwnówek an und zu unserer Überraschung sahen wir keine „pokoje“ (Zimmer frei) Schilder. Wohin waren sie verschwunden? Es stellte sich heraus, dass wir an einem Ort waren, wohin die Leute zur Kur fuhren; es gab nur Sanatorien und Rehazentren. Wir mussten etwas mehr als den gewöhnlichen Zimmerpreis bezahlen, um einen Platz in einem davon zu bekommen, das auch ein spartanisches Frühstück am nächsten Morgen anbot (natürlich gab es keinen Kaffee!).

Für den Tag 124 hatten wir eine längere Wanderung geplant, deshalb buchten wir unsere Unterkunft im Voraus, um eine lange Suche am Ankunftsort zu vermeiden. Zuerst legten wir ein paar Kilometer zurück bis zum nächsten Ort, Dziwnów, wo wir beim unfreundlichsten Lokal der gesamten Reise einen Kaffee tranken. Sie verkauften uns den Kaffee schon sehr missmutig und als wir auch noch nach der Toilette fragten, war der Schlüssel mysteriöserweise verschwunden. Wir holten tief Luft und versicherten uns gegenseitig, dass das Leben schön sei. José sagte noch etwas wie: „Der Winter naht.“ Dann gingen wir weiter und überquerten die Brücke zur Insel Wolin.


Es war eine wunderschöne aber ziemlich anstrengende Tour durch den Wald und entlang der Kliffküste mit vielen Auf- und Abstiegen. Der Tag war sonnig und warm, deshalb freuten wir uns darauf, endlich mal wieder ein Bad in der Ostsee zu nehmen. Als wir aber dem Strand am nächsten waren, befanden wir uns noch 30m zu hoch. So machten wir eine Mittagspause mit herrlichem Ausblick, bevor wir das letzte Stück Weg in Angriff nahmen.

Die Ferienwohnung, die wir gebucht hatten, bot uns eine angenehme Überraschung, denn es gab einen Swimmingpool! Wir genossen den Sprung ins erfrischende Wasser nach einem warmen Tag.

Am Tag 125 wanderten wir immer am Strand bis nach Międzyzdroje, wo wir früh genug ankamen, um diesen traditionellen Badeort zu erkunden. Wir spazierten duch das altmodische Ortszentrum, liefen auf die Seebrücke und hatten Kaffee und Kuchen in der Sonne.

Unser letzter Halt in Polen war Świnoujście, das so beliebt bei Deutschen ist, dass wir dachten, wir hätten die Grenze bereits überquert. Um in die Stadt zu kommen, mussten wir eine Fähre über den Fluss Świna nehmen, was uns sehr passte, denn es begann genau dann zu regnen, als wir auf die Fähre warteten und hörte bald auf, nachdem wir das andere Ufer erreicht hatten. Wir verbrachten den letzten Abend mit Regine in dieser schönen Stadt; schauten uns Gebäude aus der Jahrhundertwende an und flanierten auf der belebten Strandpromenade.


Unsere mutige Mitwanderin ist während fünf Tagen 100km mit uns gewandert und hat problemlos mit unserem Tempo mitgehalten. Hut ab, Regine!

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Kamienica: 54.063192, 15.266970
Pokoje Niechorze: 54.095678, 15.076565
Contessa: 54.034536, 14.806571
Dom Bartek: 53.964158, 14.566601
Villa Basia: 53.928734, 14.443136
Swinoujscie Ferry: 53.905513, 14.266455
Swinoujscie: 53.907363, 14.256886
Pesjonat Jowizc: 53.918666, 14.245999

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!