Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Feiern!

Hattet ihr schon mal eine Überraschungsparty? Diese Sache, die nie funktioniert, weil einer der Gäste sich verplappert, oder das Geburtstagskind zu früh kommt, oder merkt, dass etwas Seltsames vor sich geht. Nun, José hat es geschafft, während unserer Wanderung so eine Überraschung für Moikens Geburtstag vorzubereiten und wir hatten unheimlich viel Spaß!

Aber schauen wir doch mal, wie sich alles während der vier Tage zwischen Tag 196 und Tag 199 unserer Reise entwickelt hat – aus Moikens Sicht.

Wir reisten am Tag vor meinem Geburtstag mit dem Bus aus Katwijk ab und ich erwartete einen romantischen Abend, mindestens eine Nacht in einem schicken Hotel und ein paar lockere Tage, in denen wir durch Amsterdam schlendern konnten. Mir war nicht ganz klar, warum José darauf bestand, vier volle Ruhetage zu nehmen – wir hatten noch so viele Kilometer vor uns, da hätten zwei Tage auch gereicht – aber im Hinblick auf die Gelegenheit, mehr Zeit in dieser tollen Stadt zu verbringen, diskutierte ich nicht lange. Wir kamen ins Hotel – und es war das totale Verwöhnprogramm: Ein wunderbares Zimmer mit Blick über die Stadt, ein schöner Wellnessbereich, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hatte José für mich eine Massage gebucht, um die verspannten Muskeln zu lockern! Wir gingen später noch essen (weil wir ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir an dem Tag nicht gewandert sind, gingen wir die 3 km dorthin zu Fuß) und, da die Nacht noch jung war, fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt, um eine Spätvorstellung im Kino zu sehen. So entdeckten wir rein zufällig ein neu eröffnetes Kulturzentrum in einem alten Straßenbahndepot mit Geschäften, Galerien, einer riesigen Halle mit Essenständen und einem fantastischen Kinokomplex für alternative Filme.

Mein Geburtstag begann mit einem leckeren Brunch im Hotel und vielen Gratulationen. Dann musste Aschenputtel ihre Koffer packen und für die folgenden Tage in eine bescheidenere Unterkunft umziehen. Doch seltsamerweise konnten wir in den Ort, den José gebucht hatte, erst am späten Abend einchecken. Etwas unpraktisch, aber dafür gibt es ja Schließfächer, oder? Also ließen wir unsere Rucksäcke in einer Gepäckabgabe beim Bahnhof und zogen los, um die Stadt zu erkunden.
Zuerst genossen wir den Blick von ganz oben bei einem Glas Sekt…

… dann liefen wir die Kanäle entlang und erfreuten uns an den schönen Fassaden und dem hervorragend gutem Wetter.

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Ich wollte die Gelegenheit nutzen, dass wir in einer Großstadt waren, und ein paar Sachen für die Wanderung kaufen. Also gingen wir in unser Lieblingsgeschäft – einen Outdoor-Laden. José wird normalerweise nicht nervös, wenn ich länger brauche als er, aber an dem Tag machte er etwas Druck, dass ich mich beeile. Wir wollten doch noch in ein spezielles Café gehen, um frische stroopwafels zu essen und sollten nicht die Öffnungszeit verpassen. DAS war ein überzeugendes Argument für mich und als wir im Café ankamen, gab es stroopwafels und…

…meine Mutter!
Jetzt war mir die ganze Eile klar; José hatte meine Mutter nach Amsterdam eingeladen und sie hatte im Café auf uns gewartet.
Zu dritt machten wir einen kleinen Spaziergang durch Amsterdams Straßen, nun voll beleuchtet, und aßen in einem netten indischen Restaurant zu Abend, gefolgt von einem Absacker-Bier in einer düsteren Bar.

Wieder war ich etwas erstaunt; es war jetzt schon ziemlich spät, meine Mutter musste müde sein, ich war es ganz bestimmt, und unsere Rucksäcke mussten noch abgeholt und in unsere neue Unterkunft gebracht werden. José schlug vor, erst Regine in ihr Hotel zu bringen und nach 23 Uhr (!) würden wir dann unseren Vermieter anrufen, ob wir schon einchecken konnten. Wir aßen noch ein Stück Geburtstagskuchen in ihrem Hotelzimmer, dann liefen wir zu unserer Unterkunft, nicht allzu weit vom Hotel entfernt. Als wir ein einem Wohngebiet ankamen, mussten wir eine Erdgeschosswohnung durch die Hintertür betreten. Geh du zuerst – sagte José und schob mich geradezu durch die Tür, wo… unsere Freunde auf mich warteten, mit Kuchen, Sekt und dutzenden von Luftballons!!

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Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, es war so großartig, unsere Freunde zu sehen und zu verstehen, dass wir das Wochenende mit ihnen verbringen würden! Es war also nicht nur meine Mutter aus Berlin gekommen, sondern auch Anne und Heidi mit dem Auto aus Luxemburg und Daniele, Tati und Fernando mit dem Flugzeug aus Zürich! Herrlich!
Wir übernachteten alle in der Wohnung und versuchten, genug Schlaf zu bekommen, um am nächsten Tag fit zu sein.

Gleich zu Anfang des Tages gesellte sich noch ein weiterer wichtiger Teilnehmer zu unserer fröhlichen Reisegesellschaft: Arthur, ein lieber Kollege von meiner letzten Arbeit, ist ein echter Amsterdamer und hatte angeboten, uns durch seine Stadt zu führen. Er war sehr entspannt mit der ganzen Überraschungs-Geschichte: Während ich mit ihm Pläne für José und mich machte, kontaktierte José ihn separat, um alles zu erklären und die Pläne wieder umzustellen.
Jetzt hatten wir das Vergnügen, mit ihm durch die Altstadt von Amsterdam zu laufen und viel über die Geheimnisse der Stadt zu erfahren.

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Arthur suchte ein tolles Restaurant für unser Mittagessen aus, doch als es darum ging, einen Ort zu finden, wo wir abends zusammen essen konnten (9 Leute an einem Samstagabend ohne Reservierung!), erwies sich Josés und meine Entdeckung von zwei Tagen vorher als sehr hilfreich. Im Food Court von De Hallen konnten wir uns alle um einen Tisch versammeln und jeder suchte sich etwas Gutes zum Essen und Trinken, so dass jeder von allem etwas probieren konnte.

Wir beendeten den Tag in der besten Bar der Stadt: Unserer Wohnung!

Falls jemand mitgezählt hat: Bis jetzt waren es drei Tage ununterbrochenes Feiern und wir waren noch nicht am Ende.
Wir hatten ein letztes gemeinsames Frühstück in der Wohnung, bevor wir in verschiedene Richtungen aufbrachen. Regine nahm den Zug zurück nach Berlin und Anne und Heidi mussten sich wieder auf den Weg nach Luxemburg machen. Wir fünf, die übrig geblieben waren, hatten noch einen vollen Tag in der Stadt. Zufälligerweise war es der Tag, an dem Sinterklaas in Amsterdam ankommt. Warum im November? Und warum hat er hunderte Helfer mit schwarz angemalten Gesichtern? Das fragt ihr besser einen holländischen Bekannten oder klickt auf den link für etwas Hintergrundinformation.

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Wir genossen einfach die fröhliche Atmosphäre in der Stadt, um das lange Wochenende auf die beste Art abzuschließen.

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!