Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Die litauische Küste

Tag 68 war der Tag, an dem wir die zweite Grenze auf unserer Reise überquerten. Wir hätten sie fast verpasst, denn a) waren wir praktisch seit Pape auf litauischem Gebiet und b) war der Stein, der die wirkliche Grenze zwischen beiden Ländern markierte, gut versteckt. Wie wir am Abend davor von unseren litauischen Gastgebern erfahren hatten, sind die Grundstücke an der Küste bis 15 km nördlich der Grenze überwiegend im Besitz von Litauern. Da die litauische Küste so kurz ist, kaufen sie ihre Sommerhäuser gerne in Lettland. Tatsächlich waren bereits viele Schilder auf Litauisch und Lettisch angeschrieben, die meisten Autos hatten litauische Nummernschilder und die Leute grüßten uns mit „Laba diena“ oder „Labas“. Nachdem wir einem schönen Waldweg gefolgt waren, wechselten wir zum Strand, wo wir den Grenzstein mit Hilfe des Navis fanden.


Zuerst konnten wir keinen großen Unterschied erkennen, doch sobald wir die ersten Strandbars sahen – die es in Lettland extrem selten gab – merkten wir: An den litauischen Stränden ist eine Menge los. Viele Leute waren im Wasser, obwohl es windig und kühl war. Im Strandort Šventoji fühlten wir uns wie auf Teneriffa in der Hochsaison. Hunderte von Ständen verkauften Strandartikel, Souvenirs, Waffeln, Eiskrem, Kebab; es gab überall Holzhütten zu mieten; Ferienwohnungen, Restaurants, Bars mit Livemusik – das volle Programm. Es war ein kleiner Schock für uns, die gerade von der ruhigen lettischen Küste kamen, deshalb haben wir nicht daran gedacht, Fotos zu machen. Bei unserem Abendspaziergang am Strand trafen wir aber diese friedliche Szene an:

Am Tag 69 erreichten wir Palanga nach einer einfachen Wanderung auf einem Fahrradweg und am Strand. Wie in Lettland gab es auch hier ehemalige Beobachtungstürme aus Sowjetzeiten, die uns daran erinnerten, dass diese Gegend nicht immer so idyllisch war.


Palanga ist das größte Seebad in Litauen, also könnt ihr euch zu all dem Kitsch von Šventoji noch eine riesige Seebrücke und eine Strandpromenade voller Menschen vorstellen. Fairerweise kann man sagen, dass Palanga etwas mehr Klasse hat und dass es dort auch ein Leben nach dem Sommer gibt.

An den folgenden zwei Tagen wanderten wir nach Klaipėda, eine der größten Städte in Litauen und wichtiger Hafen. Wir hätten die Entfernung auch in einem Tag schaffen können, aber dann würden wir noch weniger Zeit im Land verbringen. Außerdem hatte José jetzt oft nach 10 km Laufen Schmerzen im Fuß, also reduzierten wir die täglichen Distanzen etwas. Litauen ist ein wirklich fahrradfreundliches Land, wir hatten immer einen guten Wanderweg, wenn wir den Fahrradwegen folgten.

Am Tag 71 kamen wir in Klaipėda an, wo wir eine nette kleine Ferienwohnung für drei Tage gemietet hatten. Es war ziemlich regnerisch an diesem Tag, so dass wir die Wohnung nur noch einmal verließen, um einzukaufen, danach kochten wir das Abendessen und schauten dem Regen von drinnen zu.

Der nächste Tag war ein ganz besonderer, denn wir würden Moikens Cousin Thomas und seine Frau Ines treffen. Sie verbrachten ihre Sommerferien in den baltischen Ländern und glücklicherweise konnten wir zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein. Aber zuerst hatten wir noch ein paar Erledigungen zu machen; José brauchte einen Barbier und Moiken musste zur Post. Das Hauptpostamt, aus der Zeit als Klaipėda die deutsche Stadt Memel war, war eine Attraktion für sich:
 
Mittags kamen Thomas und Ines zu unserer Wohnung und wir gingen gleich los, um die Stadt zu erkunden und uns gegenseitig unsere letzten Abenteuer zu erzählen.

Das Wetter meinte es gut mit uns; nach einem verregneten Vormittag lösten sich die Wolken auf und wir konnten durch die reizenden Kopfsteinstraßen schlendern und die Fachwerkhäuser bewundern.

Wir hatten noch einen Tag in Klaipėda, den wir überwiegend im Apartment mit Ausruhen, Lesen und Schreiben verbrachten. Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang zum Hafen. Eine Fähre von der Kurischen Nehrung war gerade gelandet und heraus strömten hunderte von Touristen, viele mit Fahrrädern, mehr als nach unserer Einschätzung auf das kleine Boot passten. Wir würden die gleiche Fähre am nächsten Morgen in die Gegenrichtung nehmen, also entschieden wir, sehr früh aufzubrechen, um die Massen zu vermeiden.

Karte wird geladen - bitte warten...

Zemzari: 56.156099, 21.024604
Beluga: 56.025865, 21.080318
Rest in Palanga: 55.914111, 21.074194
Karkles Kopo: 55.809796, 21.074159
Kardoso Apartametas: 55.716092, 21.133747

One Response to Die litauische Küste

  1. Hy there.
    Nice website. We are following you both from day one. We did ourselves about 2500 km of The E9. . . Not in one time but Evert year one or two holydays. We hope you stay healty so you can walk and enjoy . . . . in november we are ging the next time. Greatings Bart en Conny

Leave a reply

Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!