Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Kurische Nehrung

Wir schafften es tatsächlich, am Tag 74 früher als gewöhnlich aufzustehen; um 7.00 Uhr standen wir abmarschbereit vor der Wohnung. Wir erreichten die frühe Fähre nach Smyltinė, und nach nur 15 Minuten Überfahrt landeten wir auf der Kurischen Nehrung, ein 98 km langer und 1-3 km breiter Sandstreifen, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Ein letzter Blick zurück aufs Festland, bevor wir uns aufmachten, die Nehrung zu erkunden.


Zuerst folgten wir dem Radweg, der die gesamte Länge von Neringa, wie die Kurische Nehrung in Litauen genannt wird, durchläuft. Dann fiel uns ein, dass wir als Wanderer ja zu Orten gehen können, die Radfahrer nur schwer erreichen, und folgten dem nächsten Zugang zum Strand.

Nach einer schönen Wanderung an der Ostseeküste durchquerten wir die 1 km Breite bis zum Kurischen Haff, wo wir Thomas und Ines auf einen Abschiedskaffee trafen.
 
Ab dann blieben wir immer auf dem Fahrradweg. Je weiter der Tag fortschritt, umso mehr Radfahrer fuhren an uns vorbei, denn dies ist wahrscheinlich die beliebteste Radstrecke im ganzen Baltikum. Es war aber immer noch angenehmer als auf der vielbefahrenen Straße zu laufen. Wir übernachteten in einem netten kleinen Hotel in Juodkrantė, wo die altmodische Strandpromenade glücklicherweise die dahintergelegenen Ferienwohnungen aus Beton verdeckt.

Unser Ziel für Tag 75 war, das Dorf Pervalka in ungefähr 15 km Entfernung zu erreichen. Da wir am Morgen noch frisch und voller Energie waren, besuchten wir erstmal den hügeligen Skulpturenpark von Juodkrantė. Dieser Umweg verbrauchte schon etwas von unseren täglichen Energiereserven, aber gab uns viele interessante Ansichten (leider trugen die zwei Herren im Park nicht die Rucksäcke für uns):


Um die Hauptstraße zu vermeiden, bogen wir in einen schmalen Waldweg ein, der am Ende in die völlig falsche Richtung führte. Nach etwas kreativem Wandern kamen wir auf einen Pfad, der uns zurück zur Straße brachte. Wir hörten seltsame Geräusche, die immer lauter wurden als wir weiter gingen – etwa als würde ein Wildtier ein anderes angreifen. Plötzlich bemerkten wir, dass alles um uns herum weiß und vertrocknet war und erinnerten uns, dass wir so etwas bereits in Estland gesehen hatten. Wir schauten nach oben und sahen, dass die Bäume – fast ohne Blätter – Nistplätze von einer riesigen Kolonie von Kormoranen waren.

Die nächste Attraktion auf unserer Wanderung waren die Grauen Dünen. Natürlich mussten wir den Pfad hinaufgehen, der zu den Dünen führte, die einst ein gesamtes Fischerdorf geschluckt haben und nun atemberaubende Ausblicke boten.

Somit wurde aus unserer 15 km Wanderung eine von 20 km mit vielen Aufstiegen. Bevor wir das Dorf Pervalka erreichten, machten wir eine letzte Pause, um genug Kraft für die Unterkunftssuche zu haben. Wir gingen zur ersten Vermietung von Ferienwohnungen, die wir sahen, und zu unserer Überraschung erwartete uns der Besitzer bereits. Er hatte uns auf der Bank kurz vor dem Dorf bemerkt und nahm an, dass wir bei ihm auftauchen könnten. Und so bekamen wir das letzte verfügbare Zimmer!
Pervalka gefiel uns sehr, ein reizendes Dorf, das viel ruhiger und intimer als Juodkrantė war.

Am Tag 76 liefen wir das letzte Stück auf der litauischen Seite der Kurischen Nehrung. Unsere Wanderung endete in Nida, dem lebhaftesten Ort in Neringa. Trotz vieler hilfreicher Informationen in der Tourist-Information (und freiem WiFi!), war es schwer, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Irgendwann ging José einfach los, um etwas im Ort zu finden. Der Zaubertrick funktionierte, denn er schaffte es, ein Hotelzimmer zum Preis von einem Hostel zu bekommen. Etwas sollte im Zimmer fehlen, wir konnten nur nicht herausfinden, was es war.
An unserem letzten Abend in Litauen genossen wir die Aussicht vom Hafen und tranken unsere litauischen Lieblingsbiere zum Abendessen.


Dann packten wir die Rucksäcke und bereiteten unsere Pässe vor – am nächsten Tag würden wir die Grenze nach Russland überqueren!

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Kardoso Apartametas: 55.716092, 21.133747
Vila Flora: 55.542884, 21.120995
Vila Baldininkas: 55.413430, 21.094995
Palve: 55.302884, 21.002540

2 Responses to Kurische Nehrung

  1. I have been to Neringa twice, once in summer and once in winter. It’s really worth a second visit because the landscape looks completely different. And in winter, the lagoon is frozen and you can walk on the ice. Locals even drive their cars on the ice.

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!