Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Les Landes

In unserer letzten Woche in Frankreich wanderten wir durch zwei départements: Les Landes mit weitläufigen Nadelwäldern, die sich zum Atlantik hin öffnen, wo wir einige Nächte in kleinen Strandorten verbrachten, und der baskische Teil der Region Pyrénées-Atlantiques, wo wir bereits einen ersten Eindruck von Euskadi (Baskenland auf Baskisch) erhielten. Als wir Ciboure erreichten, waren wir nur noch eine kurze Wanderung und eine Fährüberfahrt von Spanien entfernt!

Am Tag 338 hatten wir eine einfache Wanderung durch den Wald bis zur Ortschaft Parentis-en-Born, wo wir bei einem netten jungen Paar übernachteten, das ein Zimmer über AirBnB vermietete – es stellte sich heraus, dass sie in dem Luftwaffenstützpunkt arbeiteten, an dem wir am Vortag entlanggewandert sind. Wir verbrachten den Abend im Ort, gingen einkaufen und leisteten uns ein Abendessen in einem kleinen Restaurant. Als wir zurückkamen, waren unsere Gastgeber noch wach und luden uns ein, sich bei einem Glas Wein ein bisschen zu unterhalten. Nach einem netten Abend gingen wir zufrieden schlafen.

Der nächste Tag war ein Tag des Abschieds – zum ersten und einzigen Mal während unserer Reise würde einer von uns einige Tage alleine wandern. Moiken flog in ihre Heimatstadt Berlin, um bei der Beerdigung ihres Stiefvaters dabei zu sein. Währenddessen setzte José unseren Weg Richtung Spanien fort. Wir wanderten am Vormittag noch zusammen und genossen ein gutes Mittagessen in St. Paul, bevor sich unsere Wege trennten. Moiken setzte sich in ein Taxi zum Flughafen von Bordeaux und José wanderte bis Mimizan, ein geschäftiger Strandort.

Von Tag 340 bis 342 wanderte José von Mimizan nach Lit-et-Mixte und weiter bis Moliets-et-Maa. Auf dem Weg kam er an einem wichtigen Wegweiser vorbei: eine Skulptur, die eine Entfernung von 1000km bis Santiago de Compostela anzeigte! Durch Wälder, vorbei an mehreren Seen und auf einsamen Fahrradwegen hatte er viel Zeit, um die Stille zu genießen. Schließlich erreichte er den Küstenort, wo er einen Ruhetag einlegte, um auf Moikens Ankunft aus Deutschland zu warten. Als die beiden Wanderer wieder vereint waren, verbrachten wir einen Abend am Strand, um Kräfte für die restliche Strecke in Frankreich zu sammeln.

In den nächsten zwei Tagen kamen wir gut voran. Unsere Kondition erlaubte es uns inzwischen, um die 30 km am Tag zu wandern. So legten wir 58 km zurück, liefen am Strand, auf Waldwegen, entlang von Seen und schließlich neben dem Fluss Adour, bis wir in Bayonne ankamen. Unterwegs überraschte uns der Anblick eines riesigen Auto-Depots. Nachdem man mehrere Stunden in der Natur war, erwartet man nicht, Tausende von Autos zu sehen, die auf die Auslieferung an ihre neuen Besitzer warten. Bayonne ist eine lebhafte Stadt, in der man großartige Unterstützung für Pilger findet. In der Kathedrale erhielten wir eine sehr hilfreiche Liste mit Unterkünften und Streckenbeschreibungen bis nach Santiago.

Der Tag 345 begann mit etwas Regen, doch wir konnten trotzdem den schönen Blick zurück auf Bayonne genießen, als wir uns auf den Weg machten. Während der Wanderung erinnerte uns die Architektur, Sprache und Landschaft daran, dass wir jetzt im Baskenland waren. Als wir in Ciboure waren, ließen wir unsere Sachen in einer Pilgerunterkunft und genossen die französische Küche ein letztes Mal, nach 69 Tagen im Land.

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2 Responses to Les Landes

  1. thanks a lot for sharing this again, I can’t beleive it’s 5 years already, time flies my God.
    and yes, in this strange times we need some travelling .
    take care and be safe
    much love

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!