Wanderabenteuer von Tallinn nach Lissabon!

Neblige Tage

Wenn wir auf einen bestimmten Teil unserer Wanderung zurückblicken, gibt es normalerweise etwas, was diese Tage geprägt hat. Die ersten Tage in den Niederlanden waren geprägt von endlosen Deichen, Tausenden von Schafen, die zufrieden auf grünen Wiesen grasten, und Nebel. Leichter Nebel, dichter Nebel, Frühnebel, Nebel den ganzen Tag. Wir hatten glücklicherweise auch ab und zu blauen Himmel, aber oft liefen wir inmitten einer riesigen weißen Wolke.

Tag 177 brachte einige angenehme Überraschungen. Unser Weg war gut markiert und als E9 ausgewiesen. Selbst mitten auf den Feldern, die wir durchqueren mussten, gab es rot-weiße Markierungen. Am Ende des Tages kamen wir in Termunterzijl an, einem niedlichen Fischerdorf, und probierten ein Fischessen niederländischer Art: Matjes und eine Auswahl von frittierten Meeresfrüchten mit einer Riesenportion Pommes Frites.

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Am nächsten Tag gab es sogar etwas Sonne und nach einer Kulisse von Deichen, Windturbinen und einem riesigen Industriegebiet erreichten wir ein Städtchen, das mit seinen Kanälen und altmodischen Häusern ebenso aus einem Fotoband über Holland gekommen sein könnte.

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Am Tag 179, nachdem wir einen Bauernhof mit Alpacas, Eseln und Enten bewundert haben, aßen wir unser Picknick in einem chinesischen Teehäuschen inmitten der Felder dieses Bauernhofes. Unsere Unterkunft für die Nacht war die Erfüllung eines Traumes von Moiken: Wir hatten ein Zimmer in einer Bäckerei, wo wir mit einem Stück Kuchen begrüßt und am nächsten Morgen vom Duft des frischgebackenen Brots geweckt wurden.

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Wir liefen am folgenden Tag auf Landwirtschaftsstraßen, die voll vom Matsch der Traktoren waren, die gerade die Kartoffeln ernteten. Je mehr wir uns dem Meer näherten, umso nebliger wurde es, bis wir nichts mehr um uns herum sahen. Das war schade, denn wir wären gerne auf der Deichkrone gelaufen, um das berühmte Wattenmeer zu bewundern, wo das Wasser während sechs Stunden völlig verschwindet, um bei Flut wieder an der Küste zu rollen. Da wir keine Sicht hatten, wanderten wir an der Landseite des Deiches und dachten uns Ablenkungen aus, damit es nicht zu langweilig wurde. Genau in der Mitte unserer Wegstrecke erschien ein kleines Café hinter dem Nebelschleier und wir entschieden, unser Glück zu versuchen. Überraschenderweise war es offen, obwohl außer der Wirtin niemand da war. Während wir fröhlich unsere heißen Getränke schlürften, erklärte sie: „Ich habe das Café immer geöffnet. Wenn ich schließe, weil es nicht genug Gäste gibt, kommen die Leute gar nicht mehr.“ Wir haben uns noch oft an ihre Worte erinnert und wünschten, andere Gastgeber würden das gleiche tun!

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Tag 181 war voller besonderer Momente: unsere Freundin Anne-Marie kam aus der Schweiz an, um ein paar Tage mit uns zu wandern; wir hatten genug Zeit, um die Robbenbabies zu besuchen, die in der zeehondencreche von Pieterburen gepflegt wurden; dann machten wir eine kurze Wanderung in den nächsten Ort, wo wir in einem sehr schönen Bed & Breakfast übernachteten und in einem holländischen Restaurant zu Abend aßen, das extra unseretwegen geöffnet hatte! Das neblige Wetter allerdings, das war das gleiche wie am Tag zuvor.

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Am nächsten Tag brachen wir früh auf, da wir die Fähre nach Schiermonnikoog erreichen wollten, eine der niederländischen Nordseeinseln, wo wir die Nacht verbringen würden. Wie erwartet, machten wir eine lange Wanderung im Nebel, durch Felder und sogar ein militärisches Übungsgebiet, doch als wir kurz vor Lauwersoog waren, von wo die Fähre ablegte, kam die Sonne heraus, gerade rechtzeitig für unseren Besuch auf der Insel! Es war beeindruckend, das Wattenmeer bei Ebbe im Licht eines wunderbaren Sonnenuntergangs zu sehen. Für unser Abendessen folgten wir dem Rat einer Einheimischen, die uns ein Fischrestaurant empfohlen hatte. Zu unserer Überraschung fanden wir uns in einer Snackbar wieder, die frittierten Fisch und Beilagen servierte.

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Wir hatten noch zwei Tage zusammen mit Anne-Marie, die ausgefüllt waren mit langen Wanderungen mit und ohne Nebel, tollen Gesprächen und vielen Vogelbeobachtungen. An unserem letzten gemeinsamen Abend hofften wir, ein weiteres Restaurant mit niederländischer Hausmannskost zu finden, doch alles, was das Dorf zu bieten hatte, war eine … Snackbar!

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Wir entschieden, am Tag 185 einen Ruhetag zu nehmen, an dem wir unsere Wäsche waschen, ins nächste Dorf zum Einkaufen fahren (unsere Gastgeber hatten uns Fahrräder geliehen), und der Welt erzählen konnten, dass Coastline bereits 6 Monate unterwegs war. Um das zu feiern, kauften wir im Supermarkt eine Auswahl von leckerem gesunden Essen.

Wir waren voll vorbereitet und gut ausgeruht, um am nächsten Tag eine laaaange Wanderung durchzustehen, die immer durch den Nebel ging. Wir waren dicht an der Küste, wo wir normalerweise den Wechsel der Gezeiten beobachten konnten – doch wir sahen… gar nichts!
Es war lustig, am Abend im Ort Zurich (Zürich) anzukommen, wo wir doch weit von der Schweiz entfernt waren. Sie hatten sogar eine „Zurich Bank“ als sicheren Platz, um sein Geld zu deponieren!
Etwas bange dachten wir an die Wanderung des Folgetages: 30 km auf einem Deich, mit nichts als Wasser zu beiden Seiten. Der Wetterbericht sagte einen weiteren nebligen Tag voraus, also bereiteten wir uns geistig auf eine schwierige und langweilige Wanderung vor.

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Motel Paradiso: 53.178334, 7.208211
Hotel de Steenen Man: 53.111794, 5.392485
Pension 't Viskerhoes: 53.300171, 7.032044
Pension Kersten: 53.324927, 6.860613
Bed and Breakfast De Boer: 53.407399, 6.674460
De Energiek: 53.357022, 6.430250
Westerburen: 53.478319, 6.158943
Lauwersoog: 53.410613, 6.198114
Gouden Klok Hotel: 53.369200, 5.898950
Jacobshoeve: 53.272641, 5.601954

2 Responses to Neblige Tage

    • Hallo ihr Lieben!
      Vielen Dank, beim nächsten Berlin-Besuch schauen wir bei euch dreien vorbei! Bis dahin werden wir noch ein paar Kilometer unter unsere Schuhsohlen stecken und diese Erfahrung genießen!
      Ganz liebe Grüße, Moiken und José

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Statistik

km

12 Länder durchquert
319 Wandertage
89 Ruhetage

Aktualisiert am 11.06.2016 – ANGEKOMMEN IN LISSABON!